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JULIA R. WALDNER die Autorin der Geschichte "Dr. Brille"

Julia wurde auf Madagaskar geboren, wuchs in den Osttiroler Bergen auf, machte sich auf nach Wien um Theaterwissenschaft zu studieren und arbeitete beim Film. Dann zog es sie nach Kanada auf die Vancouver Film School, wo sie Drehbuch studierte. Zurück in Wien schrieb Sie für die TV Kinderserie “Hexe Lilli” und traf schließlich 2013 auf die drei Schauspielerinnen Ella, Barbara und Tina. Mit ihnen zusammen erweckte sie ihre erste Kindergeschichte “Dr. Brille” zum Leben. Jetzt bringt die Theatertruppe Frischluft die Geschichte unter dem Titel "Das O und das U" als Theaterstück auf die Bühne.
"Ich liebe Kindergeschichten. Denn gute Kindergeschichten enthalten Tiefe und Lebenswahrheit in einfachen und humorvollen Worten. Jeder versteht sie. Sie sind wie Schätze mit denen du deine Vorratskammern füllst, und deren Reichtum sich für dich im Leben im richtigen Augenblick erschließt. Gute Kindergeschichten sind reine Philosophie. Sie können komplexe Gedanken, Wertvorstellungen, Lebensauffassungen mit einfachen Worten so ausdrücken, dass sogar Kinder sie verstehen. Und jedes Kind sollte die Möglichkeit von Tiefe in seinem Leben in Geschichten erfahren dürfen. Denn Kinder sind sehr tiefgründige Menschen, deren Fragen Erwachsene oft sprachlos machen. Für diese wachsenden Kinder schreibe ich meine Geschichten. Ich möchte mit meinen Geschichten ihre komplexen und offenen Seelen würdigen. Ich schreibe Geschichten, die für Kinder angstfrei sind und sie in ihren Fragestellungen an die Welt unterstützen und beflügeln. Kinder verdienen so viel mehr Respekt als ihnen von der Welt oft zugestanden wird. Meine Erzählungen sind Lebensthemen, sie schmecken leicht philosophisch, sind mit Humor gewürzt und haben immer eine tiefe Botschaft für die Kleinen. Den Begriff „pädagogisch wertvoll“ finde ich dafür trotzdem nicht treffend. Dabei entsteht das Bild, dass den Kindern eine Moral mit erhobenen Zeigefinger aufs Auge gedrückt wird. Die Botschaft meiner Geschichten soll vielmehr die Eigenschaften eines Schlucks Wasser besitzen: Sie soll leicht zu trinken sein, den Durst stillen und dem Körper anschließend Energie geben fürs Leben. Das ist mir sehr wichtig. Wie ein Schluck Wasser auf vielen Ebenen wirkt, stelle ich diese Anforderungen auch an meine Geschichten für Kinder. Bei der Kindergeschichte "Dr. Brille“ ist das, glaube ich, auch gelungen. Die Geschichte kann in vielerlei Hinsicht gedeutet werden. So erzählt sie z.B. vom Versuch das klare Sehen (der Kinder) durch Sichtweisen (der Erwachsenen) zu „erziehen“. Damit sie dann als ordentliche Erwachsene in die Gesellschaft passen. Natürlich spielt diese Geschichte auch mit dem blinden Vertrauen der Gesellschaft in die Wissenschaft (Medizin). Auf einer anderen Ebene ist „Dr. Brille“ eine Metapher dafür, wie die Wissensgesellschaft vor lauter Informationen und Annahmen, was richtig ist und was sich gehört, den Blick für die einfachen Wunder dieser Welt verloren hat. Es ist auch eine Geschichte, die zeigt, dass Wissen allein nicht hilft, die Welt und das Leben zu begreifen. Mann/Frau bzw. das Herz muss auch offen sein, damit man die Weite des Himmels, des Lebens und des Geistes erfährt.

Es gibt viele Ebenen, die meine Geschichte „Dr. Brille“ berührt. Doch schlussendlich spricht sie bei jedem das an, was angesprochen werden will. Egal ob klein oder groß. Und doch ist es nur eine einfache Geschichte über einen Augenarzt, der noch nie den Himmel gesehen hat und deswegen denkt, alle anderen seien krank."




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